Forschung

PERSiST

PERSIST ist ein deutschlandweites Forschungs- und Praxisprojekt (2024–2026), das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert wird. Ziel ist es, langfristige Modelle zur Unterstützung, Rehabilitation und sozialen Integration von Kindern und Jugendlichen aus extremistisch geprägten Familienstrukturen zu entwickeln. Ein zentrales Anliegen ist dabei, die betroffenen Familien direkt zu erreichen und tragfähige Zugänge zu schaffen, die den Aufbau von Vertrauen und die nachhaltige Begleitung ermöglichen.
Im Mittelpunkt stehen Fachkräfte wie Sozialarbeiter*innen, Lehrkräfte oder Mitarbeitende der Jugendhilfe, die praxisnahe und wirksame Ansätze benötigen, um diese vulnerable Zielgruppe besser zu unterstützen. Modelle wie Familienzugangs-Dialoge (FazuDis) und Mediation sollen Wege eröffnen, Familien in ihrer Lebensrealität abzuholen und präventiv zu begleiten.

i-unito analysiert in PERSIST die Fachpraxis:
• Strukturen und Zuständigkeiten: Wir identifizieren Lücken und Schnittstellenprobleme im Hilfesystem (Jugendhilfe, Schule, Sicherheitsbehörden).
• Professionelle Handlungssicherheit: Gemeinsam mit Partnern entwickeln wir Konzepte, wie Fachkräfte im Umgang mit betroffenen Familien gestärkt werden können.

Wesentliche Bestandteile des Projekts sind die Entwicklung empirisch fundierter Modelle, die Begleitung von Rückkehrerfamilien und vergleichbaren Konstellationen durch speziell geschulte Fachkräfte sowie die Erstellung übertragbarer Handlungsempfehlungen und Arbeitsmaterialien für die Praxis.
Damit trägt PERSIST dazu bei, Fachkräfte zu unterstützen, Familien besser zu erreichen, Schutzmechanismen frühzeitig zu etablieren und gesellschaftliche Ausgrenzungsrisiken für betroffene Kinder abzubauen.

Sponsoren gesucht! Digitaler Schulhof

Digitale Beziehungsarbeit für schwer erreichbare Schüler:innen

Ein praxiserprobtes Modell, mit dem Schulsozialarbeit auch in digitalen Schüler:innenräumen erreichbar wird – niedrigschwellig, zeitlich begrenzt und anschlussfähig an bestehende Schulstrukturen.


Warum dieses Projekt notwendig ist

Ein Teil der Schüler:innen, insbesondere aus ideologisch geprägten oder konflikthaften Kontexten, sucht im schulischen Alltag selten aktiv Hilfe. Loyalitätskonflikte, Angst vor Stigmatisierung oder soziale Dynamiken führen dazu, dass Unterstützungsbedarfe oft verborgen bleiben.

Gleichzeitig findet ein großer Teil des sozialen Lebens von Schüler:innen in digitalen Räumen statt. In Klassenchats und Messengergruppen entstehen Konflikte, Ausgrenzungen und politische Dynamiken früh, bleiben für Schule jedoch lange unsichtbar.

Es entsteht ein digitaler „Schatten-Schulhof“, in dem zentrale soziale Prozesse stattfinden, ohne dass pädagogische Ansprechpartner präsent sind.

Zugleich bietet genau dieser Raum eine Chance: Schüler:innen können dort niedrigschwellig und ohne unmittelbare soziale Beobachtung Kontakt aufnehmen – insbesondere dann, wenn sie sich im direkten schulischen Kontext nicht trauen, Hilfe zu suchen.

Studien zeigen zudem, dass verlässliche Unterstützungsangebote für Jugendliche einen messbaren Unterschied für die Ausprägung problematischer Entwicklungen zwischen Regionen machen.


Der Ansatz

Der Digitale Schulhof überträgt bewährte Prinzipien der Schulsozialarbeit in digitale Kommunikationsräume.

Schulsozialarbeiter:innen sind zu klar definierten Zeiten online erreichbar und können bei Bedarf in Klassenchats eingeladen werden oder Einzelgespräche führen. Dadurch entsteht ein Zugang zu Themen und Konflikten, die sonst häufig unsichtbar bleiben.

Die digitale Arbeit ist bewusst begrenzt und ergänzt die bestehende Schulsozialarbeit, ohne neue Dauererreichbarkeit zu erzeugen.


Das Ziel

Ziel ist es, schwer erreichbare Schüler:innen früher zu erreichen und Beziehungsarbeit auch in digitalen Lebenswelten zu ermöglichen.

Unterstützungsbedarfe können sichtbar werden, bevor sich Konflikte oder problematische Dynamiken verfestigen. Gleichzeitig wird ein bislang unbeachteter Bereich schulischer Prävention systematisch erschlossen.


Was Schule dafür braucht

Schulen und Träger der Schulsozialarbeit schaffen gemeinsam einen klaren Rahmen für digitale Beziehungsarbeit.

Dazu gehören:

  • feste Onlinezeiten der Schulsozialarbeit

  • transparente Kommunikation des Angebots

  • Einbettung in Ganztag und bestehende Beratungsstrukturen

Ziel ist keine zusätzliche Belastung, sondern eine gezielte Erweiterung bestehender Arbeit.


Die Umsetzung

Das Modell basiert auf den Ergebnissen eines Pilotprozesses im Rahmen der Modellprojekt-Innovationsschmiede und kann von Schulen zügig übernommen werden.

Es umfasst:

  • ein Rollenprofil für digitale Schulsozialarbeit

  • klare Zeitstrukturen für Onlineerreichbarkeit

  • praxisnahe Leitlinien für Kommunikation und Grenzsetzung


Ihre Förderung schließt eine konkrete Lücke

Mit dem Digitalen Schulhof fördern Sie die Umsetzung eines bereits erprobten Modells in einen bislang unbeachteten Bereich schulischer Prävention: den digitalen Sozialraum von Schüler:innen.

Eine Anschubfinanzierung ermöglicht:

  • den Aufbau tragfähiger Praxisstrukturen an Schulstandorten

  • die verbindliche Verankerung digitaler Erreichbarkeit in der Schulsozialarbeit

  • die begleitete Umsetzung und Auswertung unter realen Bedingungen

  • die Weiterentwicklung zu einem übertragbaren Modell

Je nach Ausgestaltung kann die Förderung entweder

  • den vertieften Aufbau an einzelnen Schulen oder

  • die Erprobung an mehreren Standorten zur Modellschärfung ermöglichen

Der Hebel:
Mit einer einmaligen Anschubfinanzierung wird ein Ansatz in die Praxis überführt, der anschließend von Schulen und Trägern eigenständig weitergeführt werden kann.


Mitmachen

Wir laden Schulen und Schulsozialarbeiter:innen ein, den Ansatz des Digitalen Schulhofs praktisch umzusetzen und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Interessierte Schulen und Förderpartner können sich unkompliziert melden, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu besprechen.

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